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27.04.2025 Rennen in Duisburg Sonntag

Trotz Heimvorteil war ich am Samstag eher mittelprächtig, da ist noch Luft nach oben. Gut im eigenen Bett geschlafen, bin ich wie auch Tischnachbar Jörg um acht am Südring. Wie üblich ist der Kunstrasen um diese Uhrzeit sehr feucht und das Zauberwort „Silber“ in Varianten Minipin silber, Minidart silber und Mezzo silber geistert gebetsmühlenartig durch das Fahrerlager.

An meinem Team Associated SC6.1 Short Course Truck sind wie seit über zwei Jahren stets dBoots-Reifen für zwei Euro pro Paar und an meinem Buggy recht neue Schumacher Mezzo gelb, während mein TeuRer Freund von einem Bekannten Silber geliehen bekommt und damit noch vor Rennbeginn eine Proberunde dreht, die ich als Streckenhelfer beobachte, selbst fahre ich nicht.

Nach erneuter kurzer Fahrerbesprechung mit Rennleiter Jan, Zeitnehmer Thomas sowie Ersthelfer Thorsten beginnt der zweite Durchgang. Für mich mit absolutem Erfolgserlebnis. In der Klasse Buggy 2WD Standard gibt es zwei Vorlaufgruppen und ich werde in meiner Vorlaufgruppe Erster. Das macht euphorisch.

Während ich bei den Best-Ager-Trainingseinheiten ungern zwischen beiden Fahrzeugen switche, kann man sich das bei einer Rennveranstaltung nicht aussuchen, und so bin ich mit dem Short Course Truck dran. Hier gibt es eine Vorlaufgruppe mit 11 Fahrern, hier kann ich meinen Heimvorteil ohne über den feuchten Kunstrasen zu jammern voll ausspielen und werde im starken Feld sehr zur Freude von Zeitnehmer und Kommentator Thomas Zweiter.

Der Tag fängt schon mal sehr gut an, eigentlich kann er nicht besser werden, eigentlich könnte ich nach Hause gehen, es stehen aber noch vier Durchgänge für mich und alle anderen Teilnehmer*innen auf dem Plan.

Im letzten Vorlauf mit dem Buggy kann ich mich steigern, schaffe acht Runden und eine davon unter 40 Sekunden, doch auch die anderen Fahrer*innen meiner Gruppe können sich steigern, dreien lasse ich den Vortritt, unter Anderem meinem TeuRen Freund, der dadurch das Ticket für das A-Finale heute Nachmittag erwirbt.

Auch im letzten Vorlauf Short Course steigere ich mich, bin nur eine Sekunde hinter Primus Tim und habe die zweitschnellste „Beste Runde“ und zwar unter 40 Sekunden, absolutes Novum, denn das ist mir mit meinem stets identischen Fahrzeug nicht einmal auf der Vorjahresstrecke gelungen.

Somit darf ich in der Klasse Short Course in den Final-Läufen von Platz 3 starten und mich wie in den letzten Jahren von den Verfolgern am Ende der Geraden nach Herzenslust abschießen lassen, RCRT-Urgestein Werner hat dies stets beobachtet.

In der Klasse Buggy 2WD Standard habe ich trotz meines Einser-Ergebnisses im zweiten Vorlauf Startplatz 8 im A-Finale, in der anderen Vorlaufgruppe waren mehrere gute Fahrer. Jörg startet von 10, hat also ausschließlich Möglichkeiten sich zu verbessern.

In der Mittagspause übe ich natürlich nicht, soll ja nichts kaputtgehen, von der Küche gibt es Currywurst mit Pommes und andere Leckereien. Die Finale beginnen pünktlich, wie überhaupt der gesamte Zeitplan am Wochenende gut eingehalten wird.

Die A-Final-Läufe Buggy 2WD Standard sind nicht durch Rempeleien geprägt, sondern durch individuelle Fehler hauptsächlich durch auf dem Dach liegend endenden Sprüngen. Erstes A-Finale Jörg 6 vor Dirk 7 und Andreas 8, wir sind echt liebe Gastgeber und lassen dem Essener ein Erfolgserlebnis.

Im zweiten A-Finale Buggy 2WD Standard stellen sich Jörg und ich an wie die ersten Menschen, sind wir überhaupt gefahren oder lagen wir nur auf dem Dach? Andreas 4 vor Dirk 9 und Jörg 10.

Bei Gleichstand zwischen meinem TeuRen Freund und mir muss das letzte A-Finale zeigen, ob ich ein netter Gastgeber (was niemand erwartet) oder ein ehrgeiziger Sportsman (was bei einer Rennveranstaltung selbstverständlich sein sollte) bin. Während sich der Tag dem Ende neigt, ich müde werde und nach Hause möchte, reiße ich mich auf dem Fahrerstand zusammen und werde von Platz 8 startend Dritter hinter den von 1 und 2 startenden späteren Gold-/Silber-Medaillengewinnern Marcel und Bernd.

Das fühlt sich gut an und da kann mein Onroad-Guru nicht mithalten, die Endauswertung ergibt Dirk 5 vor Andreas 7 und Jörg 9, der sich von seinem A-Final-Startplatz immerhin eine Position vorgearbeitet hat.

Für die Finale Short Course mit 11 Fahrern rechne ich mir überhaupt nicht aus, wenngleich ich mit meinen am Vormittag gezeigten Ergebnissen sowie mit meinem Startplatz 3 eine gute Ausgangssituation habe, meinen „Medaillenrang“ zu verteidigen oder gar weiter vorzudringen? Nein, wie in allen Jahren in der Vergangenheit und wie mit meinem Mentalcoach vorab besprochen, werde ich am Ende der Startgeraden in der ersten Kurve vor der Stufe abgeräumt, bin nach dem Helfereinsatz Elfter von elf, tief Luft holen, nicht schimpfen, gut fahren und vorabeiten.

Dank vieler Trainingseinheiten im Vorfeld, mentaler innerer Ruhe bzw. Gleichgültigkeit ob eines sportlichen Erfolgs und eines flinken 6,5T-Hobbywing-Motors kann ich mich auf Platz 5 zurückkämpfen.

Mit der gleichen LMAA-Einstellung gehe ich in zweite A-Finale, hier übersteht mein Truck die Start-Phase, erst als ich hinter der Brücke langsam rechts abbiegen möchte, verkeilt sich der Xray SCX von Trainingskamerad Thorsten Tolli mit dem linken Vorderrad in meinem Radkasten hinten rechts, als Helfer die innig verliebten Fahrzeuge trennen, sind wir gnadenlos abgehängt auf den Plätzen 10 und 11. Wiederum Gleichgültigkeit gegenüber eines anzustrebenden erfolgreichen Abschneidens und einfach Lust am Modellautofahren bringen mich immerhin noch auf Platz 8 im zweiten Finale, besser als 11.

Im dritten A-Finale bleibe ich komplett verschont von absichtlichen wie unabsichtlichen Rempeleien, kann meine wahre Klasse zeigen und und werde im elfköpfigen Fahrerfeld Zweiter auf der Ziellinie lediglich 2 Sekunden hinter dem Topqualifier, dreifachen A-Final- und späteren Tagessieger Tim. Das fühlt sich wieder gut an (immerhin dreimal Zweiter bei fünf Wettfahrten des Sonntags) und bringt mich am Tagesende auf Platz 4 der Endauswertung, wahrlich nah bei den Medaillenrängen.

Am Tagesende bin in erschöpft, aber froh, einem Onroad-Freund meine Leidenschaft für das Offroad-Fahren nahe gebracht zu haben. Naja, ehrlich gesagt wusste mein TeuRer Freund schon vorher von diesem Vergnügen.

Die gesamte Rennorganisation mit Zeitnahme, Technischer Abnahme und Catering war Dank der helfenden Hände vieler engagierter RCRT-Duisburg-Mitglieder perfekt, werde ich diese Saison an einem weiteren Lauf der Sportkreismeisterschaft West / NRW Offroad Cup teilnehmen oder warte ich geduldig auf kommendes Jahr, wo hoffentlich wieder so ein tolles Event am Südring des RCRT Duisburg in Großenbaum ausgerichtet wird?

Bis dahin freue ich mich auf viele Trainingseinheiten und mit so einem Team wie dem RC Car Racing Team Duisburg machen sogar die Arbeitseinsätze Freude, wenn man dann sieht, worauf es hinausläuft und Gäste von nah und fern jahrein jahraus immer wieder gerne kommen.

Andreas, Dirk, Jörg.

Buggy 2WD modified

Buggy 4WD modified

Buggy 4WD Standard

Truck modified