Eventuell ist es Wortklauberei, aber mein TeuRer Freund hat mich schon einmal zur Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft animiert, und zwar im Jahr 2018 zum Deutschlandfinale des Tamiya EuroCup in Sonneberg. Die Teilnahme an unserer zweiten Deutschen Meisterschaft bzw. unsere erstmalige Teilnahme an einer vom DMC (Deutscher Minicar Club) ausgerichteten Deutschen Meisterschaft (gemäß Überschrift) steht unter keinem guten Stern, denn mein Passmann ist kurzfristig familiär verhindert.
Obwohl die Teilnehmer schon am Donnerstag, den 13.08.2026 anreisen dürfen, mache ich mich erst am Freitag früh (sehr früh) auf den Weg von Duisburg zur Fahrerbesprechung. Laufend wird im Autoradio auf WDR4 von einem Waldbrand bei Gey gesprochen, was auf meinem Weg liegt, also wähle ich eine andere Route, bekanntlich führen viele Wege nach Rom beziehungsweise zur Rennstrecke des Modellsportvereins Hürtgenwald.
Den ganzen Freitag dürfen wir bei extremen Temperaturen in Gruppen, welche unseren Fahrzeugklassen entsprechen, üben, wobei ich auf meine Karosserie die #1 kleben muss. Streckenposten helfen havarierten Fahrzeugen und nach unseren siebenminütigen Trainingsdurchgängen sind wir eben noch aktiven Fahrer für die nachfolgende Trainingsgruppe Streckenhelfer. So ähnelt der gesamte Ablauf schon sehr dem Prozedere von Vorläufen und Finalen.
Wir können schon wie bei DMC-Deutschen-Meisterschaften üblich unsere Chassis sowie pro Achse vier Satz Reifen markieren lassen, welche am Samstag und Sonntag ausschließlich gefahren werden dürfen. Neben dem Rauch vom Waldbrand bei Gey und den über unser Gelände fliegenden Bundeswehrhubschraubern mit Wassersäcken entdecken wir in einer anderen Himmelsrichtung eine noch dichtere Rauchwolke in Belgien über dem Hohen Venn nahe der bekannten historischen Stadt Monschau.
Sechs Akkus fahre ich so am Freitag, bin dann aber wie alle anderen auch von der Hitze erschöpft und sehr froh, dass ich im klimatisierten Seat zu einem Freund nach Eschweiler fahren kann, der dort eine angenehm temperierte Wohnung hat mit gut gefülltem Kühlschrank, einer Dusche sowie einem Bett für mich.
Wohl ausgeruht und gefrühstückt mache ich mich am Samstag früh von Eschweilerauf zur Fahrerbesprechung um 08:30 Uhr, um Informationen zum Ablauf der Deutschen Meisterschaften am Samstag wie am Sonntag zu erhalten, doch dass einzige, was ich um 08:20 Uhr erhalte, ist die Mitteilung von Tim, dass die Fahrbesprechung schon war und dass dort nichts angesagt wurde, außer dass wir zusammenpacken und heim fahren können, da die Deutschen Meisterschaften aufgrund Anordnung der örtlichen Behörden nicht stattfindet oder weil wir aus Rücksicht auf die Gefühle der Nachbarn, die dabei sind, ihr Hab und Gut oder gar ihre Existenz zu verlieren, auf unser fahrvergnügen verzichten.
Das macht uns alle sehr betrübt, mir tun insbesondere die Gastgeber leid, die ihr Gelände für das Event perfekt hergerichtet sowie viele Ehrenamtliche für die Durchführung engagiert haben, und nun alles für die Katz. Ihr seid dennoch meine Helden und daher Tausend Dank für Euren Zeitaufwand bei der Planung.
Einige Duisburger wollen zur Strecke nach Duisburg fahren und einige Langenfelder nach Langenfeld, ich fahre erstmal nach Eschweiler zu meinem Freund und dann weiter nach Hause, wo ich mir überlegen werde, ob ich heute Samstag noch etwas mache Richtung RC-Car, oder am Sonntag? Alles sehr merkwürdig! Ich durfte die Maueröffnung sowie die Deutsche Wiedervereinigung miterleben, die Coronazeit durchstehen und nun wird meine geplante erstmalige Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft des DMC wegen Waldbrand abgesagt, man wird alt wie eine Kuh und lernt immer noch dazu.
Doch ich fühle mich jung im Herzen und es werden in Zukunft gewiss jährlich Deutsche Meisterschaften (DMC oder LRP oder Tamiya) ausgeschrieben, an denen ich nach Lust und Laune teilnehme oder auch nicht. Auf jeden Fall soll in drei Wochen in Duisburg ein Lauf des Tamico Offroad Cup stattfinden, und wenn ich am Sonntag, den 16.08.2026 schon nicht in der Eifel um Ruhm und Ehre fahren darf, dann eigne ich mir halt am heimischen PC Kenntnisse an, damit Anfang September in Duisburg die Zeitnahme reibungslos funktioniert.
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Von meiner Ausweichroute aus sehe ich die Rauchwolken über meinem im Mai gewählten Weg.

Oben: Über der technischen Abnahme Fahnen für den besonderen Anlass von der BRD, Hürtgenwald, NRW sowie dem DMC.
Unten: Die Aufnahme habe ich nicht wegen der "Bauecke" gemacht, sondern weil ich mag, in welch schöner Landschaft die Rennstrecke eingebetttet ist, später sehen wir über genau diesem Horizont die Rauchwolke über dem Hohen Venn.
Es ist kein Zufall, dass RCRT-Clubkamerad Tim seine Karosserie lackiert hat wie den Benetton-Formel1-Boliden von Michael Schumacher.